Von:
Jan Gildemeister

e-frieden.de

Wir wünschen uns Frieden, für viele ist es aber ein frommer Wunsch. Seit vielen Jahren gibt es weltweit über 30 kriegerische Konflikte. Ob im Nahen Osten, in Afghanistan oder auf dem afrikanischen Kontinent: Ein friedliches Auskommen der Menschen und Völker scheint unmöglich. Selbst in Europa, auf dem Balkan und zuletzt im Kaukasus, zeigt sich, dass Konflikte aufgrund von Machtinteressen und unzureichender Bearbeitung eskalieren können.

Nachrichten über Kriege machen uns hilflos. „Da muss man mit Gewalt für Frieden sorgen“, denken viele. Militär kann aber bestenfalls für eine kurze Waffenruhe sorgen, niemals Frieden schaffen. Notwendig sind mehr Gerechtigkeit in der Welt und der konsequente Ausbau und Einsatz von Mitteln ziviler Konfliktbearbeitung.

Auch unsere Gesellschaft ist nicht konfliktfrei. In unserem Alltag erleben wir Gewalt von Rechtsextremen und jungen Einzeltätern, Angst vor Terroranschlägen und auch Konflikte zwischen der Mehrheitsgesellschaft und Minderheiten. Aber es gibt auch Erfahrungen von gelungenen Schritten zum Frieden. Die „friedliche Revolution“ in der DDR ist ein Beispiel für einen gewaltfreien gesellschaftlichen Wandel.

Die Entwicklung Europas seit 1945 ist auch eine erfolgreiche Versöhnungsgeschichte zwischen Völkern. Möglich wird dies durch einzelne Menschen, Friedensstifter. Sie bauen Brücken zwischen verfeindeten Menschen und Gruppen, sie setzen sich gegen Ungerechtigkeit zur Wehr, die zu Gewalt führt. Dabei erfahren sie immer mehr professionelle Unterstützung. So gibt es Qualifizierungsangebote in gewaltfreier Konfliktbearbeitung. Ausgebildete Friedensfachkräfte helfen weltweit dabei, kriegerische Konflikte zu verhindern und Versöhnungsprozesse voran zu bringen.

2009 wird die Friedensarbeit in der evangelischen Kirche gebündelt. Der Rat der EKD hat mit Renke Brahms, leitender Geistlicher der Bremischen Kirche, einen Friedensbeauftragten berufen, die Landeskirchen, kirchliche Werke und Friedensdienste bilden eine Konferenz für Friedensarbeit.

Kleine Schritte zum Frieden sind möglich. Dafür ist es nicht erforderlich, sich gesellschaftspolitisch zu engagieren. Auch in unserem Umgang mit anderen, in der Kindererziehung oder beim Einkauf entscheiden wir uns täglich, ob wir einen kleinen Beitrag zu einer friedlicheren Welt leisten – oder nicht. In der Bibel werden Friedensstifter als Vorbilder gesehen: Selig sind die Frieden stiften, sie werden Gottes Kinder heißen. (Matthäus 5,9)